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    Bündnis Soziale Gerechtigkeit in Hessen fordert eine wirksame Bekämpfung von Altersarmut

    Zum Welttag der Überwindung von Armut am 17. Oktober 2020 weist das Bündnis Soziale Gerechtigkeit in Hessen darauf hin, dass zunehmend mehr ältere Menschen in Hessen von Armut und sozialer Ausgrenzung betroffen sind.
    Jede sechste Rentnerin bezog im Jahr 2018 im Durchschnitt eine Rente von 686 Euro. Nach Angaben der amtlichen Sozialberichterstattung ist die Armutsgefährdungsquote bei Rent-nerinnen und Rentnern in Hessen von 14,9 Prozent in 2018 auf 17,0 Prozent in 2019 ge-stiegen- und damit stärker als die Armutsgefährdungsquote der Gesamtbevölkerung (die von 15,8 Prozent in 2018 auf 16,1 Prozent in 2019 stieg). Diese Zahlen belegen, dass zu-nehmend mehr Menschen in Hessen von Altersarmut betroffen sind.
    „Wir können diesem Trend der immer größer werdenden Altersarmut nicht ruhig zusehen,“ sagt Michael Rudolph, Sprecher des Bündnisses Soziale Gerechtigkeit in Hessen. „Wenn jetzt die Weichen nicht neu gestellt werden, wird sich die Altersversorgung zukünftig weiter verschlechtern.“
    Das Armutsrisiko im Alter hängt wesentlich mit dem System der Rentenversicherung zu-sammen. Auch wenn man Jahre lang erwerbstätig war, heißt das nicht automatisch, dass man eine Rente erhält, die den Lebensstandard sichert. Denn niedrige Einkommen führen zu niedrigen Renten.
    Das Bündnis für Soziale Gerechtigkeit in Hessen fordert daher neben einer Eindämmung des Niedriglohnsektors die Abschaffung von Minijobs, eine gesetzlich festgeschriebene Ent-geltgleichheit von Frauen und Männern sowie eine bessere Bezahlung in der Erziehung und Pflege, die überwiegend von Frauen geleistet werden. Aber auch Zeiten der Arbeitslosig-keit, Erziehungs- und Pflegezeiten oder Teilzeitarbeit führen zu geringeren Ansprüchen in der Rentenversicherung. Das bedeutet: Die Gefahr von Altersarmut steigt. „Deshalb brau-chen wir Änderungen im Arbeitsmarkt und eine gesetzliche Rente, die bedingungslos für alle das Existenzminimum übersteigt. Eine insgesamt reiche Gesellschaft kann es sich nicht leisten, zunehmend mehr Menschen in Armut und sozialer Ausgrenzung leben zu lassen“, so Rudolph.

    Hintergrundinformation und Veranstaltungshinweis
    Das Bündnis Soziale Gerechtigkeit in Hessen ist ein Netzwerk aus rund 30 Organisationen, darunter Kirchen, Gewerkschaften und Sozialverbände und freie Initiativen und Vereine. Das Bündnis, setzt sich für eine gerecht gestaltete Gesellschaft ein, für ein selbstbestimm-tes Leben im Alter und für eine Altersversorgung, die zu einem Leben in Würde reicht. Das Bündnis macht sich dafür stark, dass schon heute die Armut von morgen bekämpft wird.
    Der Internationalen Tag für die Beseitigung von Armut wurde 1992 von den Vereinten Na-tionen ins Leben gerufen. An diesem Tag soll notleidenden und ausgegrenzten Menschen Gehör verschafft werden. Es soll jenen zugehört werden, die häufig nur über ihre Probleme wahrgenommen und zumeist noch dafür verantwortlich gemacht werden.