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    Frankfurter Societäts-Druckerei in Mörfelden begeht Tarifflucht!

    Frankfurter Societäts-Druckerei in Mörfelden begeht Tarifflucht!

    Mitten in der Auseinandersetzung um den Mantel- und Lohntarif:
    Frankfurter Societäts-Druckerei in Mörfelden begeht
    Tarifflucht!
    Seit Tagen streiken Kolleginnen und Kollegen des Druckzentrums in Mörfelden gegen die Flucht des
    Unternehmers aus der Tarifbindung und aus den Tarifverträgen der Druckindustrie.
    Die FAZ-Stiftung Fazit verkaufte die FS-Druckerei, die „Frankfurter Rundschau“ und die „Frankfurter Neue
    Presse“ an die Zeitungsholding Hessen, hinter der der Münchner Großverleger mit seiner Ippen-Gruppe (u.a.
    Hessische Niedersächsische Allgemeine (HNA) in Kassel, die Offenbach-Post und die Hersfelder Zeitung und
    die Gießener Verleger Rempel stehen. Schon die Konstruktion einer Holding bedeutete Gefahr für die Arbeiter
    und Angestellten. Am 29. Juni verkündeten sie den Abschied der FNP aus dem Flächentarifvertrag für
    Redakteurinnen und Redakteure. Dann haben sich die Verleger die Drucker in Mörfelden vorgenommen. Nach
    erfolgten 25 Kündigungen von ca. 300 Beschäftigten und der Flucht aus dem Flächentarif flatterten dem
    Betriebsrat 101 weitere Kündigungen auf den Tisch.
    Streik! ist unsere Antwort. Mit dem Bekanntwerden der Entlassungen kämpfen wir ver.di-
    Kollegen der „Sozi“ für den Erhalt aller Arbeitsplätze. Was wollen die Verleger? Dahinter
    steckt die Absicht ca. ein Drittel der bestehenden festen Arbeitsverträge durch Werksvertragskonstruktionen
    und Leiharbeit zu ersetzen. Ursache dafür ist, daß die Leiharbeitsgesetze
    den Kapitalisten es ermöglicht. Wir Gewerkschafter sollten nicht so tun, als wäre das
    allein ein Problem der Beschäftigten des Druckzentrums. Nein, die Nachrichten in der
    Gewerkschaftspresse sind voll von Tarifflucht und zwar in jeder Branche. Ständig lesen wir
    von der Spaltung der Belegschaften in Stamm- und Leiharbeiter. Es ist also ein Problem
    unserer gesamten Gewerkschaft ver.di.
    Die betriebliche Streikleitung, Betriebsräte und der Vertrauenskörper im Fachbereichs 8, wir
    freuen uns alle über jede Gewerkschafterin und jeden Gewerkschafter, die sich auf den Weg zu
    uns ins Streikzelt macht. Wir freuen uns über die solidarischen Grüße des ver.di Bezirksvorstands
    Frankfurt. Wir brauchen aber weitere Solidarität und praktische Unterstützung. Wir
    streiken seit Tagen in einem Industriebereich, ohne großen Publikumsverkehr. Mit ein paar
    Unterschriften ist es nicht getan und uns nicht geholfen.
    Kommt zu uns vor‘s Tor nach Mörfelden. Lasst uns darüber sprechen, wie wir gemeinsam den
    Kampf in unserer Gewerkschaft für ein gesetzliches Verbot von Leiharbeit und Werkverträgen
    auf den Weg bringen, vorantreiben und organisieren können. Schon längst müsste unsere ver.di
    gegen Sklavenarbeit als zentrale Kampfaufgabe die Belegschaften mobilisieren.
    Selbstverständlich sind Kollegen der Streikleitung gerne bereit auf eure Vertrauensleuteversammlungen,
    in Personal- und Betriebsratszusammenkünften innerhalb und außerhalb der
    Verwaltungen oder der Betriebe über unseren Streik zu berichten. Informiert eure Kolleginnen
    und Kollegen über die Hintergründe der Tarifflucht. Übrigens: Keiner kämpft für sich allein.