Service

    Lotse für Menschen mit Handicap

    Lotse für Menschen mit Handicap

    Neues ver.di-Angebot

    Der „Lotse für Menschen mit Handicap“ gibt künftig Hilfe rund um das Schwerbehindertenrecht. Dies heißt, Hilfe zur Selbsthilfe bei Fragen von erwerbstätigen und arbeitslosen Menschen, die Probleme haben. Die angebotene Unterstützung erfolgt unter anderem beim Stellen von Anträgen an Behörden und Ämter, beispielsweise, wenn bei einem Grad der Behinderung von 30 bzw. 40 ein Antrag auf Gleichstellung sinnvoll ist. Außerdem hilft der Lotse bei der Gründung von Schwerbehindertenvertretungen und gibt auf Anfrage Tipps aus seiner praktischen Erfahrung.

    Der stellvertretende Bezirksgeschäftsführer von ver.di Frankfurt und Region, Alexander Klein: „Mit dem neuen Serviceangebot wollen wir diejenigen unserer Mitglieder erreichen, die auf Grund eines Handicaps ein erweitertes Informations- und Unterstützungsbedürfnis haben. Wir freuen uns, dass wir mit dem ehrenamtlichen Kollegen Erwin Krammig einen ausgewiesenen Praktiker im Bereich des Sozialrechts gefunden haben. Krammig hat bei seiner Tätigkeit im Betrieb als Vertrauensmann der schwerbehinderten Menschen (SBV) langjährige Erfahrung gesammelt, sich regelmäßig fortgebildet und leitet seit ein paar Jahren im ver.di Bezirk einen Arbeitskreis zur Vernetzung von Schwerbehindertenvertretungen.“

    Erwin Krammig: „Für Erwerbstätige mit einer (Schwer)Behinderung gibt es viele Dinge im Sozialrecht zu beachten. Das fängt beim Grad der Behinderung an, geht über mögliche Hilfsmittel, die gesetzlich möglich sind, Zuschüsse, die beantragt werden können, Rehamaßnahmen und so weiter. Dies ist für den Einzelnen oft nur schwer überschaubar. Eine gute Hilfe zur Selbsthilfe kann da vieles erleichtern. Gerade jetzt während der Corona-Pandemie sehen wir beispielsweise, dass die tägliche Anwesenheit am Arbeitsplatz in Betrieb oder Dienststelle für Viele physisch und psychisch sehr bis extrem wichtig ist. Wir versuchen hier zu unterstützen, um es zu ermöglichen.“

    In der Region (Stadt Frankfurt, Stadt Offenbach sowie in den Landkreisen Offenbach, Main-Taunus, Hochtaunus und Wetterau) sind nach Daten des Landesversorgungsamtes Hessen vom März 2020 gut acht Prozent der Einwohnerinnen und Einwohner mit einem Grad zwischen 20 und 100 behindert. In absoluten Zahlen sind das rund 162.000 Menschen. Knapp die Hälfte dieser Menschen mit Handicap (47 Prozent) sind im erwerbsfähigen Alter. Der Landkreis Wetterau hat den höchsten Anteil an Schwerbehinderten (49,9 Prozent), der Hochtaunuskreis den niedrigsten (42,6 Prozent).

    ver.di hat auf der Grundlage von Daten der Agentur für Arbeit eigene Berechnungen angestellt. Demnach betrug im März 2020 der Anteil der arbeitslos gemeldeten schwerbehinderten Menschen in der Region 6,1 Prozent und lag somit um 35,2 Prozent über der Quote (4,5 Prozent) aller Arbeitslosen. Klein und Krammig: „Dieses Ergebnis finden wir bedenklich. Daher fordern wir Arbeitgeber und Politik dazu auf, Menschen mit Behinderung besser in das Erwerbsleben zu integrieren.“

    Das Angebot „Lotse für Menschen mit Handicap“ richtet sich an ver.di-Mitglieder und solche, die es werden wollen und ist für Mitglieder kostenfrei.

    Wegen der Corona-Pandemie kann das neue Angebot am Mittwoch, den 6. Mai 2020, nur telefonisch über die zentrale Rufnummer des ver.di-Bezirkes unter 069/2569-0 oder per E-Mail an ekrammig.verdi@web.de mit Nennung der ver.di-Mitgliedsnummer und einer Rückruf-Telefonnummer erfolgen. Nach Ende der Kontaktbeschränkung wegen der Corona-Pandemie ist eine persönliche Beratung jeden ersten Mittwoch im Monat von 12 Uhr bis 18 Uhr im ver.di-Büro Offenbach, Berliner Straße 220-224, 63067 Offenbach mit Terminvereinbarung geplant.