Nachrichten

    Travelex kündigt die vierte Mitarbeiterin

    Travelex kündigt die vierte Mitarbeiterin

    Union Busting geht weiter
    Nachdem am Standort Frankfurt des internationalen
    Wechselstubenbetreibers
    Travelex im November drei InteressenvertreterInnen
    der Belegschaft gekündigt
    wurden, wurde am 22.12.2017 einer
    weiteren Mitarbeiterin fristlos und ohne
    Angabe der Gründe gekündigt und sie
    wurde mit einem Hausverbot belegt. Wie
    auch bei den anderen dreien ist sie sich
    keiner Schuld bewusst. Vielmehr drängt
    sich die Meinung auf, dass Travelex jeden
    entfernen will, der sich für gute Arbeitsbedingungen
    einsetzt. Die Gekündigte
    hatte sich über ihre Vorgesetzte
    und das schlechte Arbeitsklima in ihrer
    Abteilung beschwert. Wenn der Eindruck
    entsteht, dass jeder unliebsame Mitarbeiter
    einfach so gefeuert werden kann, sind Arbeitnehmerrechte wie das Beschwerderecht, das die Kollegin
    genutzt hat, aber auch Grundrechte wie die Meinungsfreiheit und die Koalitionsfreiheit in Gefahr.
    Arbeitgeber erkennt die Tarifkommission nicht an
    Die Kündigungen fallen zeitlich in eine Tarifrunde, in der ver.di Gehaltserhöhungen
    fordert. Zwei der im November Gekündigten sind Mitglied der ver.di-
    Tarifkommission. Die ersten beiden von ver.di angebotenen Verhandlungstermine
    sagte Travelex ab und legte auch in der von ver.di gesetzten Frist kein schriftliches
    Angebot vor. Einen Tag vor dem dritten Termin knüpfte er seine Verhandlungsbereitschaft
    daran, dass die Gekündigten nicht an der Tarifverhandlung teilnehmen. Gleichzeitig konfrontierte er die MitarbeiterInnen mit einem mickrigen Angebot von 1,75% Gehaltserhöhung,
    die er auch nur denen zahlen will, die schon länger als ein Jahr bei Travelex arbeiten. Die
    Tarifkommission sieht deshalb keine ernsthafte Verhandlungsbereitschaft.
    Umstrukturierung
    Beschäftigte von Travelex Frankfurt berichten, dass eine Umstrukturierung geplant ist. Eine Unternehmensberatung
    führe derzeit Einzelgespräche. In so einer Situation ist es die gesetzliche Pflicht des Betriebsrats,
    die Interessen der Beschäftigten zu schützen. Seit der letzten Betriebsratswahl wurden drei engagierte
    Betriebsratsmitglieder gekündigt (der erste vor ca. 2 Jahren, die anderen beiden im November),
    so dass jetzt Menschen in den Betriebsrat nachgerückt sind, die relativ wenige Stimmen bekamen. Der
    jetzige Betriebsrat wurde von Beschäftigten als „Fake-Betriebsrat“ oder „Scheinbetriebsrat“ bezeichnet,
    hat laut Kündigungsschreiben allen Kündigungen zugestimmt und die Beschäftigten fühlen sich nicht
    mehr gut informiert.
    Kanzlei Naujoks vertritt Travelex
    Der Arbeitgeber hat die Rechtsanwaltskanzlei von Helmut Naujoks beauftragt. Dieser ist Autor der Bücher
    „KÜNDIGUNG VON ,UNKÜNDBAREN‘“ und „SCHWARZBUCH BETRIEBSRAT“. Laut eigner Homepage zählt
    sich Naujoks zu den wenigen Anwälten im deutschen Arbeitsrecht, die konsequent und ausschließlich
    Arbeitgeberinteressen vertreten. (Quelle: http://www.anwaltskanzlei-naujoks.com/)
     Es ist das gute Recht jeder Belegschaft, einen Betriebsrat
    zu haben, der ihre Interessen vertritt!
     Arbeitgeber dürfen die Betriebsratsarbeit nicht behindern!
     Arbeitnehmer haben das Recht sich zu beschweren,
    wenn sie sich ungerecht behandelt fühlen.
     Gewerkschaftsmitglied zu sein und für gute Tarifverträge
    zu kämpfen ist ein Grundrecht!

    ver.di fordert:
     Rücknahme der Kündigungen
     Rücktritt des jetzigen Betriebsrats
    und Neuwahl
     Gehaltserhöhungen:
     5% ab 1.1.2018
     5,5% ab 1.1.2019
     Zusätzlich 1.-Mai-Geld: Jährlich
    360 Euro für alle ver.di-
    Mitglieder

    Arbeitgeber gefährdet den Betriebsfrieden
     Es ist das gute Recht jeder Belegschaft, einen Betriebsrat
    zu haben, der ihre Interessen vertritt!
     Arbeitgeber dürfen die Betriebsratsarbeit nicht behindern!
     Arbeitnehmer haben das Recht sich zu beschweren,
    wenn sie sich ungerecht behandelt fühlen.
     Gewerkschaftsmitglied zu sein und für gute Tarifverträge
    zu kämpfen ist ein Grundrecht

    Solidarisiert Euch!
     Kommt zu den Gerichtsverhandlungen:
     18.1.2018, 9:00 Uhr: Kündigungsschutzprozess von Manuel, Arbeitsgericht Frankfurt C2.02
     1.2.2018, 11:20 Uhr: Kündigungsschutzprozess von Maryam, Arbeitsgericht Frankfurt C3.02
     22.2.2018: Kündigungsschutzprozess von Khalil, Arbeitsgericht Frankfurt
    (Bitte informiert Euch vorher auf https://fidi-hessen.verdi.de/, ob der Termin tatsächlich stattfindet—
    es gab schon viele Terminverschiebungen in ähnlichen Fällen)
     Macht den Vorfall bekannt
     Schickt Solidaritätsadressen für die Betroffenen an rosa.schwenger@verdi.de